Am 11. Mai 2026 luden das Thurgauer Institut für Digitale Transformation (TIDIT) und der I+D Campus in Kreuzlingen zum öffentlichen Feedback- und Diskussionsformat rund um das Ostschweizer Digitalisierungs- & KI-Barometer ein. Im Mittelpunkt des Abends standen die Ergebnisse der aktuellen Studie sowie die Frage, wie Unternehmen im Kanton Thurgau und in der Ostschweiz die digitale Transformation und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz aktiv gestalten können.
Das Veranstaltungsformat bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, die Studienergebnisse aus erster Hand kennenzulernen, zentrale Herausforderungen einzuordnen und eigene Perspektiven aus der Unternehmenspraxis einzubringen. Besonders erfreulich war das grosse Interesse aus Wirtschaft, Verwaltung, Bildung und dem regionalen Innovationsumfeld.
Zentrale Einblicke aus dem Digitalisierungs- & KI-Barometer
Zwischen dem 5. November und dem 12. Dezember 2025 führte das TIDIT eine umfassende Studie zur digitalen Transformation in der Ostschweiz durch. Insgesamt wurden 2142 Unternehmen aus den Kantonen Thurgau, St. Gallen, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden eingeladen. Rund acht Prozent der Unternehmen nahmen an der Befragung teil. Unterstützt wurde die Studie durch die Industrie- und Handelskammer Thurgau sowie die Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell.
Die Untersuchung analysierte den digitalen Reifegrad von Unternehmen in mehreren zentralen Bereichen: Strategie und Führung, Prozesse und Produkte, digitale Kompetenzen und Mitarbeiterschulung sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Im Rahmen der Veranstaltung ordnete Dr. Caroline Obolensky, Geschäftsführerin des TIDIT, zentrale Ergebnisse der Studie ein. Dabei wurde deutlich, dass viele Unternehmen Digitalisierung und KI zwar als wichtige Zukunftsthemen erkennen, die konkrete Umsetzung jedoch häufig noch mit Herausforderungen verbunden ist. Besonders diskutiert wurden das sogenannte Strategie-Paradox zwischen Digitalisierung und KI, Kompetenzlücken auf verschiedenen Unternehmensebenen sowie die Rolle von Führungskräften bei der digitalen Transformation.
Digitalisierung als Chefsache, Daten als Grundlage und Kultur als Erfolgsfaktor
Nach der Präsentation der Studienergebnisse standen der gemeinsame Austausch und die Interpretation der Resultate im Vordergrund. In interaktiven Gruppenarbeiten und Diskussionen setzten sich die Teilnehmenden mit drei zentralen Themen auseinander: Digitalisierung als Chefsache, Daten als Flaschenhals sowie Unternehmenskultur als zentrale Herausforderung.
Dabei wurde deutlich, dass digitale Transformation nicht ausschliesslich als technologische Aufgabe verstanden werden kann. Vielmehr braucht es strategische Führung, klare Verantwortlichkeiten, geeignete Datenstrukturen und eine Unternehmenskultur, die Veränderung ermöglicht. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist es entscheidend, Digitalisierung praxisnah, schrittweise und mit konkretem Nutzen anzugehen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bedeutung digitaler Souveränität. Andreas Kaiser, Innovation & Technology Expert beim Thurgauer Technologieforum und Innosuisse, brachte seine Erfahrung in die Diskussion ein und leitete eine Gruppe zu diesem Thema. Seine Perspektiven trugen wesentlich dazu bei, die Chancen und Herausforderungen digitaler Entwicklung im regionalen Unternehmenskontext greifbar zu machen.
Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis
Neben den fachlichen Impulsen bot der Abend auch Raum für Vernetzung und persönliche Gespräche. Der I+D Campus stellte dafür als Innovations- und Begegnungsort den passenden Rahmen bereit. Meinrad Koch, Geschäftsführer des I+D Campus, begrüsste die Teilnehmenden und betonte die Bedeutung solcher Austauschformate für die regionale Innovationslandschaft.
Für das TIDIT ist der Dialog mit Unternehmen, Verbänden, Verwaltung und Bildungseinrichtungen ein zentraler Bestandteil der eigenen Arbeit. Als Brücke zwischen Forschung und Praxis möchte das Institut insbesondere kleine und mittlere Unternehmen in der Ostschweiz dabei unterstützen, datengetriebene Lösungen, KI-Anwendungen und digitale Transformationsprozesse besser zu verstehen und gezielt umzusetzen.
Ein gelungener Abend mit wertvollen Impulsen
Das öffentliche Feedback- und Diskussionsformat hat gezeigt, wie gross das Interesse an den Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in der Ostschweiz ist. Die vielen Fragen, Beiträge und Diskussionen machten deutlich, dass Unternehmen sich intensiv mit ihrer digitalen Zukunft auseinandersetzen und nach konkreten Orientierungspunkten suchen.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden für den engagierten Austausch sowie bei allen Partnern und Mitwirkenden, die diesen Abend möglich gemacht haben. Ein besonderer Dank gilt dem I+D Campus für die gemeinsame Durchführung sowie Andreas Kaiser für seine fachliche Unterstützung.
Die Ergebnisse des Ostschweizer Digitalisierungs- & KI-Barometers stehen hier zum Download bereit
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Über das TIDIT
Das Thurgauer Institut für Digitale Transformation (TIDIT) ist ein An-Institut der Universität Konstanz und der Hochschule für Technik, Wirtschaft, Gestaltung (HTWG) Konstanz. Es wird durch die Thurgauische Stiftung für Wissenschaft und Forschung getragen. Das Institut wurde 2024 gegründet und fördert interdisziplinäre Projekte an der Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft mit Fokus auf Probabilistische KI und Datensysteme. Als Brücke zwischen Forschung und Praxis unterstützt das TIDIT insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in der Ostschweiz bei der Entwicklung und Umsetzung von Forschungskooperationen. Ziel des Instituts ist es, Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit durch datengetriebene Lösungen gezielt zu fördern.